Roadtrip durch Atlantik-Kanada
Kanada

Die Route Roadtrip durch Atlantik-Kanada im Überblick
Wer Kanadas Atlantikküste bereist, entdeckt eine Region, die sich völlig anders anfühlt als der Rest des Landes. Statt gigantischer Metropolen bestimmen Fischerdörfer, zerklüftete Küsten, Nationalparks und das Leben mit dem Ozean den Rhythmus. Zwischen Nova Scotia und Neufundland liegen tausende Kilometer Straße, die wie gemacht sind für eine große Camperreise.
Diese Route verbindet drei Atlantikprovinzen miteinander. Unterwegs warten Walbeobachtungen, riesige Gezeiten, endlose Strände, historische Orte und mit etwas Glück sogar Eisberge. Mit ausreichend Zeit lässt sich diese Strecke entspannt in etwa drei Wochen fahren.
Die Route im Überblick
Die klassische Atlantikroute verbindet drei Provinzen:
Nova Scotia → New Brunswick → Prince Edward Island
Dazwischen liegen rund 2700 – 3700 Kilometer Küstenstraßen, Nationalparks und sogar Fähretappen, wenn ihr die Route bis nach Newfoundland & Labrador ausdehnen wollt. Die Strecke lässt sich flexibel anpassen und kann auch in umgekehrter Richtung gefahren werden. Als beste Reisezeit gilt der Zeitraum von Mitte Juni bis Mitte September, wenn die Temperaturen angenehm sind, viele Aktivitäten stattfinden und die Fähren zuverlässig verkehren.
Typische Erlebnisse entlang der Route
- Leuchttürme und Fischerdörfer an der Südküste Nova Scotias
- Panorama-Küstenstraßen auf Cape Breton Island
- Die extremen Gezeiten der Bay of Fundy
- Rote Sandstrände auf Prince Edward Island
Diese Kombination macht Atlantik-Kanada zu einer der abwechslungsreichsten Roadtrip-Regionen des Landes.
Hier findest du eine Google-Karte der Route mit allen Etappen. Weiter unten findest du die einzelnen Etappen genauer beschrieben zum ein- und ausklappen. Hier in der Karte kannst du mehr über die einzelnen Etappen erfahren, indem du links oben in der Ecke auf das kleine Symbol klickst. Dann öffnet sich ein Menü, in welchem du ganz einfach die Highlights der einzelnen Etappen ein- und wieder ausblenden kannst. Klick einfach auf das jeweilige Icon, um mehr über ein bestimmtes Highlight zu erfahren. Die rotgefärbten Icons liegen genau entlang der Route, während die gelbgefärbten Icons zusätzliche Highlights sind, für welche du aber auch immer etwas mehr Zeit einplanen musst. Um eine größere Karte zu erhalten, klickst du oben rechts auf das Symbol.
Roadtrip durch Atlantik-Kanada
Überblick
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Routenkarte
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Etappen & Stopps
1. Halifax → Peggy’s Cove → Mahone Bay → LunenburgCamper145 km2 h

Der Roadtrip durch Atlantik-Kanada startet in Halifax, der größten Stadt der Region und wichtigstem Ausgangspunkt für Reisen entlang der Ostküste. Die Stadt eignet sich gut als erster Stopp, um sich zu versorgen und die Route vorzubereiten, bevor es in die kleineren Küstenorte geht.
Highlights in Halifax:
- Halifax Waterfront mit Promenade, Restaurants und Hafenblick
- Halifax Citadel National Historic Site mit Aussicht über die Stadt
- Maritime Museum of the Atlantic
- Point Pleasant Park für erste Küstenwege direkt in der Stadt
Die Strecke führt entlang der Südküste von Nova Scotia über kleine Küstenorte und klassische Lighthouse-Landschaften bis nach Lunenburg. Es handelt sich um eine kurze, gut fahrbare Etappe, die mehrere optionale Stopps bietet und sich ideal als Einstieg in den Roadtrip eignet.
Die letzten Kilometer nach Lunenburg gehören zu den schönsten der Strecke. Die Landschaft wird immer maritimer, kleine Buchten öffnen sich zur Küste und schließlich erreicht man den historischen Ort, der heute zum UNESCO-Welterbe gehört. Lunenburg wurde 1753 ursprünglich von deutschen Siedlern gegründet und ist bis heute eines der besterhaltenen Beispiele britischer Kolonialarchitektur in Nordamerika.
Schon beim ersten Rundgang fällt die besondere Atmosphäre auf: farbenfrohe Holzhäuser direkt am Wasser, enge Straßen und ein Hafen, in dem traditionelle Segelschiffe und moderne Boote nebeneinander liegen. Am Hafen befindet sich das Fisheries Museum of the Atlantic, das einen guten Überblick über die Geschichte der Fischerei, lokale Meeresbewohner und den traditionellen Schiffbau gibt. Nur wenige Schritte weiter beginnt Old Town Lunenburg mit der Montague Street, wo sich kleine Läden, Cafés und Galerien aneinanderreihen und manchmal sogar Pferdekutschen durch die Straßen fahren.
Etwas oberhalb der Stadt liegt die St. John’s Anglican Church, ein ruhiger Aussichtspunkt mit Blick über die Dächer und den Hafen. Wer etwas Abwechslung sucht, fährt ein paar Minuten weiter nach Blue Rocks, einem kleinen Fischerdorf mit felsiger Küste, ruhigem Wasser und einer sehr ursprünglichen Atmosphäre. Hier geht es weniger um Sehenswürdigkeiten als um das Beobachten des Alltags am Meer.
Auch kulinarisch lohnt sich ein Stopp in Lunenburg. In der Ironworks Distillery werden lokaler Whisky, Rum und Brandy produziert, die direkt vor Ort verkostet werden können.
So endet die erste Etappe der Route ganz entspannt in einer der charakteristischsten Kleinstädte der Ostküste, ein guter Übergang von Halifax hinein in die Küstenlandschaft Nova Scotias.
Peggy's Cove
Ein erster wichtiger Stopp ist Peggy’s Cove Lighthouse. Der Leuchtturm steht auf massiven, vom Atlantik glatt geschliffenen Granitfelsen und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen von Nova Scotia. Die Landschaft wirkt hier sehr offen und rau: kaum Schutz vor Wind und Wellen, dafür direkte Sicht auf den Atlantik und die typische Felsküste der Region.
Der Ort ist klein, aber stark besucht, da sich hier Küstenlandschaft und klassisches Postkartenmotiv treffen. Besonders charakteristisch ist das Zusammenspiel aus rotem Leuchtturm, grauen Felsen und dem ständig bewegten Meer. Je nach Wetter verändert sich die Stimmung deutlich – von ruhiger Küstenidylle bis zu sehr dynamischer Brandung bei stärkerem Wind.
Peggy’s Cove eignet sich vor allem als kurzer Zwischenstopp auf der Route, um einen ersten Eindruck der Atlantikküste zu bekommen und die Fahrt entlang der Lighthouse Route zu beginnen.
Mahone Bay
Ein weiterer Zwischenstopp auf der Strecke ist Mahone Bay. Der kleine Küstenort liegt direkt an einer geschützten Bucht der Südküste von Nova Scotia und ist vor allem für seine klare, maritime Ortsstruktur bekannt. Besonders auffällig sind die drei Kirchen, die direkt am Wasser stehen und das Ortsbild prägen.
Mahone Bay ist überschaubar und gut zu Fuß zu erkunden. Entlang der Hauptstraße reihen sich kleine Cafés, Galerien und lokale Shops, während der Blick immer wieder auf den Hafen und die vorgelagerten Inseln fällt. Die Atmosphäre ist ruhig, da der Ort eher als Durchfahrts- und Zwischenstopp entlang der Küstenroute genutzt wird.
Für Reisende eignet sich Mahone Bay vor allem für eine kurze Pause zwischen Peggy’s Cove und Lunenburg. Typisch sind ein kurzer Spaziergang am Wasser, ein Stopp für Versorgung oder einfach ein Blick über die Bucht, bevor es weiter entlang der Südküste geht.
2. Lunenburg → YarmouthCamper227 km2 h 30 min

Von Lunenburg aus führt die Route weiter entlang der Südküste Nova Scotias in Richtung Yarmouth. Die Strecke wird zunehmend ursprünglicher, die Orte kleiner und die Küstenabschnitte wilder. Statt klassischer Touristenstopps prägen nun lange Küstenstraßen, dichte Wälder und verstreute Fischerdörfer das Bild. Genau hier zeigt sich ein sehr authentischer Teil von Atlantik-Kanada, der oft etwas ruhiger ist als die bekannteren Etappen zuvor.
Ein erster lohnender Zwischenstopp ist die Region rund um Liverpool. Die kleine Stadt liegt direkt an der Mündung des Mersey River und war historisch ein wichtiger Hafen für die Fischerei und den Schiffbau. Heute wirkt der Ort entspannt und maritim geprägt, mit kleinen Museen, einem schönen Flussufer und der Möglichkeit für kurze Spaziergänge entlang der Waterfront. Etwas außerhalb beginnt die South Shore, eine Küstenlinie, die für ihre langen Sandstrände und vorgelagerten Inseln bekannt ist. Besonders der Beach Meadows Beach eignet sich für eine kurze Pause am Meer oder einen Spaziergang entlang der oft fast leeren Küste.
Je weiter man nach Westen fährt, desto stärker verändert sich die Landschaft. Die Straßen werden kurviger, die Vegetation dichter und immer wieder öffnen sich Blicke auf kleine Buchten oder einsame Leuchttürme. Ein schöner Fotostopp ist Cape Forchu nahe Yarmouth, wo einer der markantesten Leuchttürme der Region steht. Die Küstenlandschaft ist hier rauer, das Meer oft bewegter und die Aussicht weit über den Atlantik reicht bei klarer Sicht bis zum Horizont.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann ein paar Tage im Kejimkujik National Park (meist einfach „Keji“ genannt) einplanen. Er liegt etwas im Inland, ist aber gut als Abstecher von der Küstenroute aus erreichbar und zählt zu den vielseitigsten Naturgebieten in Nova Scotia.
Der Park ist besonders bekannt für seine große Seenlandschaft und gilt als einer der besten Orte in der Region für Kanu- und Kajaktouren. Das Gewässersystem ist relativ geschützt, ruhig und dadurch auch für Einsteiger gut machbar. Nachts ist der Himmel hier außergewöhnlich dunkel, was ihn zu einem der besten Orte in Atlantik-Kanada für Sternenbeobachtung macht. Gerade wenn man im Camper unterwegs ist, lohnt sich ein Übernachtungsstopp im oder nahe dem Park sehr.
Yarmouth selbst markiert schließlich das westliche Ende dieser Etappe. Die Stadt ist ein wichtiger Fährhafen und wirkt funktional, hat aber mit seiner Lage direkt am Wasser und den umliegenden Küstenabschnitten eine klare maritime Identität. Besonders interessant ist der Hafenbereich mit kleinen Restaurants, Fischerbooten und einem guten Blick auf das tägliche Leben der Region.
Diese Strecke von Lunenburg nach Yarmouthmlebt vor allem von der Fahrt selbst. Es ist eine ruhige, landschaftlich sehr abwechslungsreiche Etappe, bei der die Küste Nova Scotias ihren ursprünglichen Charakter besonders deutlich zeigt mit viel Raum für spontane Stopps, kurze Wanderungen und ungestörte Blicke aufs Meer.
Kejimkujik National Park
Etwas abseits der Küstenroute zwischen Lunenburg und Yarmouth liegt mit dem Kejimkujik National Park eines der vielseitigsten Naturgebiete in Nova Scotia. Der Park ist kein typisches „Drive-through“-Highlight, sondern entfaltet seine Stärke vor allem dann, wenn man sich Zeit nimmt und wirklich ins Gelände eintaucht. Genau deshalb lohnt sich hier ein längerer Zwischenstopp, idealerweise mit einer Übernachtung im Camper oder auf einem der Campingplätze im Park.
Kejimkujik besteht größtenteils aus einem verzweigten Seen- und Flusssystem, das von dichten Wäldern umgeben ist. Das macht ihn besonders attraktiv für Kanutouren. Anders als in vielen anderen Regionen Kanadas sind die Gewässer hier ruhig, geschützt und gut miteinander verbunden. Dadurch lassen sich sowohl kurze als auch mehrtägige Routen paddeln, ohne dass extreme Erfahrung nötig ist. Besonders beliebt sind Tagesrouten, bei denen man mehrere kleine Seen miteinander verbindet und zwischendurch kurze Portagen über Land zurücklegt.
Wer kein eigenes Kanu dabei hat, kann vor Ort problemlos Ausrüstung mieten. Die Bedingungen sind bewusst so gestaltet, dass auch Einsteiger einen guten Zugang bekommen. Gleichzeitig finden erfahrene Kanufahrer hier genug Raum, um längere Strecken und abgelegenere Bereiche des Parks zu erkunden. Unterwegs zeigt sich die Landschaft sehr typisch für Ostkanada: flache Uferzonen, spiegelnde Wasserflächen, Kiefern- und Mischwälder sowie immer wieder kleine, kaum berührte Buchten.
Neben dem Wasser spielt auch das Wandern eine wichtige Rolle. Der Park verfügt über ein gut ausgebautes Netz an Trails, die meist entlang der Seen verlaufen oder tief in die Wälder führen. Die Wege sind in der Regel moderat und gut begehbar, wodurch sich Kejimkujik auch für kürzere Stopps eignet, bei denen man nur ein paar Stunden im Park verbringt.
Wanderungen im Kejimkujik National Park
Hemlock and Hardwoods Trail (ca. 4 km)
Einer der beliebtesten kurzen Trails im Park. Der Weg führt durch dichten, alten Mischwald mit riesigen Hemlock-Tannen und ist sehr gut geeignet für einen schnellen Einblick in die typische Waldlandschaft der Region.
Mermaid Beach Trail (ca. 1–2 km)
Kurzer, einfacher Spaziergang bis zu einem kleinen Sandstrand am See. Gut für eine Pause, zum Baden im Sommer oder als Ergänzung zu einer Kanutour.
Mickey Hill Trail (ca. 5 km)
Etwas abwechslungsreicherer Rundweg mit leichten Anstiegen und mehreren Aussichtspunkten über die Wald- und Seenlandschaft. Besonders schön im Herbst durch die Farben der Laubwälder.
Slapfoot Loop Trail (ca. 5 km)
Ruhiger Rundweg durch Waldgebiete mit guter Chance auf Tierbeobachtungen. Hier ist es oft sehr still, ideal für einen kurzen Naturspaziergang abseits der Hauptbereiche.
Grafton Woods Trail (ca. 6–7 km)
Etwas längerer, aber gut machbarer Wanderweg durch abwechslungsreiche Waldlandschaft mit Seenabschnitten. Eignet sich gut für eine halbtägige Tour.
Besonders interessant sind die historischen Spuren der Mi’kmaq, die in Form von Petroglyphen an verschiedenen Stellen im Park sichtbar sind und über ausgewiesene Wege erreichbar sind. Ein weiterer Punkt, der Kejimkujik von vielen anderen Nationalparks unterscheidet, ist seine besondere Lage als sogenanntes Dark Sky Preserve. Nach Sonnenuntergang gibt es hier kaum Lichtverschmutzung, was den Park zu einem der besten Orte in der Region für Sternenbeobachtung macht. An klaren Nächten ist die Milchstraße oft deutlich sichtbar, was vor allem für Camper ein echtes Highlight ist.
Insgesamt ist Kejimkujik ein eigenständiges Naturerlebnis entlang der Route. Wer zwischen Lunenburg und Yarmouth einen Kontrast zur Küste sucht, findet hier eine Kombination aus Wasser, Wald und Ruhe, die sich flexibel in jede Reisedauer integrieren lässt.
3. Yarmouth → Digby → Annapolis Royal → TruroCamper390 km4 h 30 min

Von Yarmouth aus führt die Route wieder zurück in Richtung Norden und quer durch Nova Scotia nach Truro. Dieser Abschnitt ist deutlich weniger touristisch geprägt als die Südküste und zeigt eine ruhigere, oft übersehene Seite der Provinz. Statt bekannter Küstenorte dominieren hier lange Landstraßen, kleine Gemeinden und immer wieder weite Ausblicke über Wälder, Flüsse und landwirtschaftlich geprägte Landschaften.
Gleich hinter Yarmouth verändert sich die Umgebung. Die Küste bleibt zwar stellenweise präsent, verschwindet aber zunehmend hinter dichten Waldabschnitten. Ein erster möglicher Zwischenstopp ist die Region rund um Lake Annis oder Lake Wentworth, die sich gut für kurze Pausen am Wasser eignen. Hier geht es weniger um klassische Sehenswürdigkeiten, sondern eher um ruhige Orte, an denen man kurz aussteigen und die Umgebung auf sich wirken lassen kann.
Weiter nördlich erreicht man die Gegend um Digby, die vor allem für ihren Fischfang und die Lage am Annapolis Basin bekannt ist. Der Ort selbst ist überschaubar, bietet aber einen guten Einblick in das maritime Leben der Region. Besonders interessant ist der Blick auf die Gezeitenlandschaft der Bay of Fundy, die hier bereits spürbar wird und sich in den kommenden Kilometern weiter intensiviert. In Digby kann man außerdem gut eine kurze Pause am Hafen einlegen, wo regelmäßig Fährverbindungen und Fischereiboote ein- und auslaufen.
Die Fahrt Richtung Truro führt anschließend durch das Annapolis Valley und später in die zentrale Region Nova Scotias. Die Landschaft wird hier offener, die Straßen gerader und die Umgebung zunehmend landwirtschaftlich geprägt. Obstplantagen, kleine Farmen und weite Felder bestimmen das Bild, unterbrochen von einzelnen Flussläufen und Waldstücken.
Ein landschaftlich interessanter Abschnitt ist die Fahrt entlang der Bay of Fundy Region, die für ihren extremen Tidenhub bekannt ist. Auch wenn Truro selbst nicht direkt an der Küste liegt, spürt man hier bereits den Einfluss dieser einzigartigen Naturerscheinung, insbesondere entlang der Flusstäler.
Truro selbst ist schließlich ein praktischer Knotenpunkt im Landesinneren von Nova Scotia. Die Stadt ist weniger touristisch ausgerichtet, eignet sich aber gut als Zwischenstopp auf längeren Routen und bietet eine gute Anbindung in verschiedene Richtungen der Provinz. Besonders bekannt ist der Ort für den Victoria Park, ein weitläufiges Wald- und Naherholungsgebiet direkt am Stadtrand, das mit Wasserfällen und kurzen Wanderwegen einen angenehmen Kontrast zur Fahrt durch das Landesinnere bietet.
Digby
Digby liegt malerisch am Annapolis Basin, einem Seitenarm der Bay of Fundy, und gilt als die „Scallop Capital of the World“. Der kleine Hafenort ist bekannt für seine Jakobsmuschelfischerei und bietet einen authentischen Einblick in das maritime Leben Nova Scotias. Schon bei der Einfahrt fällt der lange Hafenpier mit seinen bunten Fischerbooten auf. Ein perfekter Ort für einen kurzen Spaziergang mit Blick aufs Wasser.
Entlang der Uferpromenade reihen sich kleine Restaurants und Cafés, in denen frische Meeresfrüchte direkt aus der Region serviert werden. Wer mittags hier ankommt, kann ideal eine Pause einlegen und die lokale Spezialität probieren: gebratene Digby Scallops. Besonders entspannt ist ein Spaziergang über den Admiral Digby Museum Park oder entlang der Water Street, wo man das ruhige Tempo des Ortes schnell spürt.
Auch landschaftlich lohnt sich der Stopp: Vom Hafen aus hat man einen weiten Blick über das Annapolis Basin, wo sich je nach Gezeitenstand das Wasser sichtbar zurückzieht oder wieder ansteigt. Mit etwas Glück lassen sich hier sogar Seevögel oder Robben beobachten.
Digby eignet sich perfekt als entspannter Lunch- oder Kaffeestopp, bevor die Route weiter Richtung Landesinneres nach Truro führt.
☕ Cafés & Lunch Spots
The Crow’s Nest – Gemütlich mit Meerblick. Perfekt für Kaffee, Chowder oder Sandwiches.
Shoreline Restaurant & Gift Shop – Lockeres Lunch-Restaurant mit Blick auf den Hafen. Ideal für eine entspannte Pause.
Sydney Street Pub & Café – Perfekt für Fish & Chips oder Burger, wenn du etwas Herzhaftes möchtest.
📸 Things to do in Digby
Spaziergang entlang der Hafenpromenade mit Blick auf Fischerboote und das Annapolis Basin
Besuch des Admiral Digby Museum für einen kurzen Einblick in die maritime Geschichte
Kurzer Abstecher zum Prim Point Lighthouse – tolles Fotomotiv an der Fundy-Küste
Einfach auf einer Bank am Wasser sitzen und Robben oder Seevögel beobachten
Annapolis Royal
Der kleine Ort Annapolis Royal wirkt fast wie eine Zeitreise. Zwischen bunten Holzhäusern, gepflegten Vorgärten und ruhigen Straßen spürt man, dass hier Geschichte allgegenwärtig ist. Tatsächlich zählt Annapolis Royal zu den ältesten dauerhaft besiedelten europäischen Orten in Nordamerika. Diese lange Vergangenheit verleiht dem Städtchen eine ganz besondere Atmosphäre, die sich deutlich von größeren Städten unterscheidet.
Statt Verkehr und Hektik bestimmen hier Spaziergänge entlang des Wassers, kleine Galerien und liebevoll geführte Läden das Bild.
Die Lage am Annapolis River trägt viel zum Charme bei. Das Wasser, die weiten Ausblicke und die frische Meeresluft schaffen eine ruhige, fast meditative Stimmung. Hier kann man einfach schlendern, in Cafés sitzen oder durch kleine Straßen bummeln.
Gleichzeitig steckt Annapolis Royal voller Geschichten. Die Region war über Jahrhunderte hinweg Schauplatz französischer und britischer Einflüsse, Handel, Konflikte und Neuanfänge.
Gerade auf einem Roadtrip ist Annapolis Royal deshalb ein wunderbarer Kontrast zu langen Fahrtagen und spektakulären Naturhighlights. Der Ort lädt dazu ein, für ein paar Stunden langsamer zu werden, durchzuatmen und die Reise bewusst zu genießen. Falls ihr den Kejimkujik National Park bisher nicht besucht habt, wäre jetzt noch ein mal ein guter Zeitpunkt für einen kurzen Abstecher. Der Nationalpark liegt ca. eine Stunden entfernt im unberührten Innenland und bietet wunderbare Naturerlebnisse.
4. Truro → Moncton → Miramichi Camper305 km3 h 20 min

Der Streckenabschnitt von Truro über Moncton bis nach Miramichi verbindet Nova Scotia mit New Brunswick und ist für Camper eine entspannte, abwechslungsreiche Etappe mit guter Infrastruktur. Die Route eignet sich ideal als Übergang zwischen der Bay of Fundy Region und dem waldreichen Norden der Provinz.
Schon kurz hinter Truro wird der Verkehr deutlich ruhiger. Die Trans-Canada Highway 104 und später die Route 2 führen schnell und unkompliziert Richtung Provinzgrenze. Die Straßen sind durchgehend gut ausgebaut, breit und auch für größere Wohnmobile angenehm zu fahren. Tankstellen, Supermärkte und Fast-Food-Stops liegen in regelmäßigen Abständen entlang der Strecke, sodass Reichweitenplanung unkompliziert bleibt.
Nach dem Grenzübertritt nach New Brunswick lohnt sich ein Abstecher zur Küste der Bay of Fundy, die für den höchsten Tidenhub der Welt bekannt ist. Besonders rund um die Hopewell Rocks lassen sich die gewaltigen Unterschiede zwischen Ebbe und Flut eindrucksvoll beobachten.
Moncton selbst eignet sich hervorragend für einen Versorgungsstopp. Die Stadt ist das wirtschaftliche Zentrum von New Brunswick und bietet große Supermärkte, Shoppingmöglichkeiten, Werkstätten und Campingbedarf. Wer Vorräte auffüllen oder Wäsche waschen möchte, findet hier ideale Bedingungen. Auch Restaurants und Cafés sind zahlreich vorhanden, falls man unterwegs eine Pause einlegen möchte.
Nördlich von Moncton verändert sich die Landschaft spürbar. Die Küste rückt in den Hintergrund und weite Wälder prägen zunehmend das Bild. Der Verkehr nimmt weiter ab, die Etappe wird ruhiger und wirkt deutlich ursprünglicher. Für Camper ist dieser Abschnitt besonders angenehm, da lange gerade Straßen und wenig Verkehr ein entspanntes Fahren ermöglichen.
Die Region rund um Miramichi ist bekannt für ihre Flusslandschaften, Lachsfischerei und große Waldgebiete. Die Stadt dient als idealer Ausgangspunkt, um den Norden von New Brunswick zu erkunden oder die Reise Richtung Gaspé-Halbinsel fortzusetzen. Miraimichi liegt am Miramichi River, einem der bekanntesten Lachsflüsse Nordamerikas. Angeln hat hier eine lange Tradition und prägt bis heute Kultur und Alltag der Region. Selbst wer nicht angelt, merkt schnell, wie stark der Fluss das Leben bestimmt.
Typische Aktivitäten in der Region:
Spaziergänge und kurze Wanderungen entlang des Miramichi River
Picknickplätze direkt am Wasser
Kajak- oder Kanutouren auf dem Fluss
Tierbeobachtung in den umliegenden Wäldern
Besuch kleiner lokaler Restaurants und Diners
Gerade für Camper ist die Region ideal, weil viele Campgrounds direkt am Wasser liegen. Abends am Fluss sitzen, grillen und den Sonnenuntergang beobachten runden den Tag ab. Miramichi vermittelt ein sehr ursprüngliches Gefühl von Kanada. Statt touristischem Trubel erwarten Reisende hier kleine Holzhäuser, Fischerboote, viel Wald und freundliche Einheimische.
Moncton
Moncton liegt praktisch genau zwischen Küste und Inland und eignet sich perfekt als Versorgungs- und Zwischenstopp.
Die Stadt selbst ist überschaubar, aber sehr gut organisiert für Reisende mit dem Wohnmobil. Große Supermärkte, Tankstellen mit einfacher Zufahrt für Camper, Campingbedarf und Werkstätten liegen konzentriert entlang der Hauptachsen. Gerade nach längeren Streckenabschnitten ohne größere Orte ist Moncton der ideale Ort, um Vorräte aufzufüllen, Wäsche zu waschen oder das Fahrzeug neu zu organisieren. Auch Übernachtungsplätze in und um die Stadt sind gut vorhanden, oft mit direkter Anbindung an Grünflächen oder Flussbereiche.
Ein besonderes Merkmal von Moncton ist die Nähe zur Natur trotz städtischer Struktur. Nur wenige Fahrminuten außerhalb der Stadt beginnt bereits die typisch waldreiche Landschaft von New Brunswick. Dadurch eignet sich Moncton auch als Ausgangspunkt für kurze Ausflüge, bevor es weiter Richtung Norden oder Küste geht.
Ein bekanntes Naturhighlight in der Umgebung ist die Hopewell Rocks, wo sich einer der stärksten Gezeitenunterschiede der Welt beobachten lässt. Auch der Fundy National Park ist von hier aus gut erreichbar und bietet sich für Wanderungen, Küstenblicke und Campingnächte für alle an, die nicht genug Zeit haben um die große Schleife zu fahren.
Für Camper ist Moncton ein funktionaler und strategischer Stopp. Die Stadt sorgt dafür, dass der weitere Roadtrip durch New Brunswick gut vorbereitet und entspannt fortgesetzt werden kann. Gerade auf längeren Routen durch Atlantik-Kanada ist dieser Versorgungsaspekt ein wichtiger Vorteil, der Moncton zu einem festen Bestandteil vieler Roadtrip-Planungen macht.
5. Miramichi → Fredericton → Saint JohnCamper285 km3 h 20 min
Die Strecke von Miramichi über Fredericton bis nach Saint John zeigt sehr gut, wie stark sich New Brunswick unterwegs verändert. Zwischen Flüssen, dichten Wäldern und kleinen Ortschaften geht es zunächst durch eine eher ruhige, wenig touristische Region, bevor sich die Landschaft Richtung Küste langsam öffnet und schließlich in die maritime Atmosphäre der Bay of Fundy übergeht.
Hinter Miramichi beginnt eine lange, grüne Strecke durch ausgedehnte Waldgebiete. Immer wieder begleiten Flüsse die Straße, besonders der Miramichi River und kleinere Nebenarme prägen die Region. Wer hier Zeit hat, findet entlang der Ufer viele ruhige Picknickplätze und einfache Zugänge zum Wasser. Besonders im frühen Morgenlicht ist die Gegend ideal für Fotostopps, da sich Nebel oft über die Flüsse legt und die Landschaft sehr atmosphärisch wirkt. Die Region ist außerdem weiterhin bekannt für Lachsfischerei, was man an vielen kleinen Angelcamps entlang der Strecke schnell erkennt.
Ein guter Zwischenstopp ist die Umgebung von Fredericton selbst. Die Stadt liegt direkt am Saint John River und wirkt deutlich entspannter als viele andere Provinzhauptstädte in Kanada. Entlang des Flusses gibt es mehrere Spazierwege, darunter der beliebte Waterfront Trail, der sich gut für einen kurzen Abendspaziergang eignet. In der Innenstadt findet man viele kleine Cafés und Restaurants, die sich gut für eine Pause anbieten, besonders rund um die Queen Street und die historischen Viertel. Für eine Übernachtung sind die Campingplätze am Stadtrand praktisch gelegen, oft direkt in Flussnähe mit viel Grün.
Weiter Richtung Süden verändert sich die Landschaft langsam. Die Wälder bleiben dicht, werden aber von hügeligerem Gelände und ersten Ausläufern der Küstenregion abgelöst. Kurz vor Saint John wird der Einfluss der Bay of Fundy deutlich spürbar, vor allem durch die steigende Gezeitenbewegung und die felsigere Küstenstruktur.
Saint John selbst ist eine der interessantesten Städte der Region, weil hier Industriehafen, historische Altstadt und Natur direkt ineinander übergehen. Ein sehr bekanntes Naturphänomen sind die Reversing Falls, wo sich der Saint John River bei Flut tatsächlich umkehrt. Besonders gut sichtbar ist das von den Aussichtspunkten am Fallsview Park oder von der Skywalk-Plattform aus. Fotografisch spannend ist auch die alte Hafengegend mit ihren roten Backsteingebäuden und dem historischen Stadtmarkt, der Saint John City Market.
Für kulinarische Stopps lohnt sich die Innenstadt rund um King Street. Dort finden sich kleine Fischrestaurants, Bäckereien und klassische Diners, die stark von der maritimen Küche geprägt sind. Besonders beliebt sind frische Seafood-Gerichte und Lobster Rolls, die hier deutlich ursprünglicher wirken als in den größeren Städten.
In der Umgebung von Saint John gibt es zudem einige gut erreichbare Naturziele. Der Fundy Trail Parkway bietet Küstenwanderwege, Aussichtspunkte und kurze Trails entlang steiler Klippen mit Blick auf die Bay of Fundy. Ebenfalls lohnend ist ein Abstecher zum Irving Nature Park, wo Holzstege durch Küstenlandschaft, Salzwiesen und Waldgebiete führen und sich gut für leichte Spaziergänge eignen.
Diese Etappe lebt weniger von einzelnen großen Highlights entlang der Straße, sondern von der Kombination aus Flusslandschaften, kleinen Zwischenstopps und dem spürbaren Wechsel von Inland zu Küste. Gerade diese langsame Veränderung macht die Strecke besonders interessant und abwechslungsreich.
6. Saint John → Fundy National ParkCamper135 km1 h 30 min

Die Strecke von Saint John in Richtung Fundy National Park ist relativ kurz, aber landschaftlich deutlich intensiver als viele der vorherigen Etappen. Mit jedem Kilometer verlässt man die urbane Küstenstruktur von Saint John und taucht tiefer in die typische Fundy-Region ein, die vor allem durch extreme Gezeiten, zerklüftete Küstenlinien und dichte Wälder geprägt ist.
Die Straße führt durch hügeliges Hinterland, kleine Siedlungen und immer wieder durch Waldabschnitte, bevor sich die ersten Ausläufer der Bay of Fundy zeigen. Diese Region ist bekannt für einen der größten Tidenhübe der Welt, was sich nicht nur in den Küstenorten, sondern auch in der gesamten Landschaft widerspiegelt. Flüsse wirken hier je nach Tageszeit völlig unterschiedlich, Strände verschwinden teilweise komplett bei Flut und werden bei Ebbe zu weiten, schlammigen Flächen.
Unterwegs lohnt sich ein Abstecher an kleinere Küstenpunkte oder Flussmündungen, die oft ohne große Beschilderung direkt an der Strecke liegen. Besonders bei niedriger Tide lassen sich hier gut die typischen „gezeichneten“ Küstenlinien der Bay of Fundy beobachten, bei denen sich Wasser, Sand und Felsen in ständiger Veränderung befinden. Auch kleine Orte entlang der Route bieten einfache Cafés oder lokale Fish-and-Chips-Shops, die stark von der Nähe zum Atlantik geprägt sind.
Nach etwa ein bis eineinhalb Stunden Fahrt erreicht man den Fundy National Park. Für den Aufenthalt sollte man mindestens einen vollen Tag einplanen, ideal sind jedoch zwei Nächte, um die verschiedenen Landschaften wirklich zu erleben. Der Park ist überraschend vielseitig und kombiniert Küstenabschnitte, Waldgebiete, Flusstäler und Wasserfälle auf engem Raum.
Ein zentraler Bereich ist die Küstenlinie selbst, die je nach Gezeiten komplett anders wirkt. Bei Ebbe lassen sich hier lange Spaziergänge am freigelegten Meeresboden unternehmen, während bei Flut die Wellen direkt an die Steilküste schlagen. Besonders fotogen sind die wechselnden Lichtverhältnisse am Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und die Felsen rotlich schimmern.
Sehr beliebt sind die Wanderwege im Park, die unterschiedlich anspruchsvoll sind. Kürzere Trails führen zu Aussichtspunkten über die Küste oder zu kleinen Wasserfällen im Wald, während längere Routen tief in die bewaldeten Hügel hineinführen. Der Dickson Falls Trail ist einer der bekanntesten kurzen Wanderwege und führt durch moosige Waldlandschaft zu einem mehrstufigen Wasserfall. Etwas anspruchsvoller ist der Laverty Falls Trail, der ebenfalls zu einem Wasserfall führt, aber mehr Höhenmeter und längere Wege durch den Wald beinhaltet.
Neben den Wanderungen ist auch die Tierbeobachtung im Park interessant. Mit etwas Glück lassen sich Rehe, Biber oder verschiedene Vogelarten beobachten, besonders in den frühen Morgenstunden oder am Abend. Die Kombination aus Küste und Wald macht die Region zudem attraktiv für Fotografen, da sich ständig wechselnde Licht- und Wettersituationen ergeben.
Im Park selbst gibt es mehrere gut ausgestattete Campingplätze, die sich gut als Basis für Erkundungen eignen. Von dort aus lassen sich sowohl kurze Spaziergänge als auch längere Tageswanderungen direkt starten, ohne erneut fahren zu müssen. Wer etwas mehr Komfort sucht, findet in den umliegenden kleinen Orten zusätzliche Unterkünfte und einfache Restaurants, die sich auf regionale Küche und Meeresfrüchte spezialisiert haben.
Wer hier genügend Zeit einplant, erlebt die Bay of Fundy als Landschaft die sich im Laufe des Tages sichtbar verändert und immer wieder für neue Naturspektakel gut ist.
Fundy National Park
Aktivitäten im Fundy National Park
- Wanderungen zu Wasserfällen wie Dickson Falls (kurz, gut ausgebaut, moosiger Wald mit Holzstegen) und Laverty Falls (etwas länger, mehr Höhenmeter, sehr abwechslungsreich)
- Küstenwanderungen entlang der Bay of Fundy mit Blick auf den extremen Tidenhub, besonders eindrucksvoll bei Ebbe und Flut
- Gezeitenerlebnisse direkt am Strand, bei Ebbe über freigelegte Meeresböden laufen und die Gezeitenlandschaft beobachten
- Kajak- und Kanutouren auf ruhigen Flussabschnitten oder in geschützten Buchten entlang der Küste
- Tierbeobachtung im Waldgebiet, häufig Rehe, Biber, verschiedene Vogelarten und mit etwas Glück auch Schwarzbären in abgelegenen Bereichen
- Besuch der Aussichtspunkte entlang der Küste, besonders bei Sonnenuntergang sehr fotogen durch das warme Licht auf den Felsen
- Radfahren auf ausgewiesenen Trails durch Wald- und Hügellandschaften rund um den Park
- Schwimmen oder entspannen an kleineren Stränden im Parkbereich (abhängig von Tide und Wetterbedingungen)
- Camping direkt im Nationalpark mit gut ausgestatteten Plätzen mitten in der Natur
- Sternenhimmel beobachten, da der Park wenig Lichtverschmutzung hat und klare Nächte oft beeindruckende Sicht auf die Milchstraße bieten
7. Fundy National Park → Prince Edward IslandCamper200 km3 h

Die Etappe vom Fundy National Park Richtung Prince Edward Island verbindet die wald- und küstenreiche Fundy-Region mit einer der landschaftlich ruhigsten und zugleich abwechslungsreichsten Provinzen Atlantik-Kanadas. Die Strecke selbst ist gut ausgebaut, klar navigierbar und lässt sich je nach Tempo gut in einem halben bis ganzen Reisetag fahren, inklusive Fährüberfahrt oder Brückenquerung.
Aus dem Nationalpark heraus führt die Route zunächst durch typische Landschaft von Süd-New Brunswick: sanfte Hügel, Mischwälder und immer wieder kleine Seen oder Flussläufe, die direkt an der Straße liegen. Die Gegend wirkt weniger spektakulär als der Fundy Park selbst. Unterwegs gibt es kleinere Orte mit Tankstellen, Bäckereien und einfachen Diner-Stopps, die sich gut für eine Pause eignen, bevor es Richtung Küste geht.
Je nach gewählter Route erreicht man entweder die Confederation Bridge oder die Fährverbindung über Northumberland Strait. Die Brücke ist mit rund 13 Kilometern eine der längsten ihrer Art und bietet während der Überfahrt einen sehr weiten Blick über das Meer und die flache Küstenlinie. Die Fährvariante ist langsamer, aber landschaftlich oft reizvoller, da sie den Übergang aufs Wasser stärker betont und mehr Zeit für Ausblicke auf die Küste lässt.
Sobald man Prince Edward Island erreicht, verändert sich die Landschaft deutlich. Die Provinz ist geprägt von roten Sandsteinfelsen, weiten Feldern, sanften Hügeln und langen Küstenabschnitten. Die Straßen sind ruhiger, die Distanzen kürzer und die Orte wirken insgesamt kompakter und sehr gut miteinander verbunden.
Ein erster lohnender Halt ist oft der Norden der Insel rund um die Küste, wo sich der Prince Edward Island National Park erstreckt. Hier wechseln sich Dünen, Sandstrände und Klippen ab, dazu kommen gut ausgebaute Wander- und Radwege entlang der Küste. Besonders die Kombination aus rotem Fels, grüner Vegetation und weißem Sand macht die Region fotografisch sehr interessant.
Auch unterwegs durch die Insel lohnt es sich, kleine Abstecher einzuplanen. Viele der typischen Fischerdörfer liegen direkt an der Strecke und bieten einfache Seafood-Restaurants, Lobster-Shacks oder kleine Cafés mit Blick aufs Wasser. Gerade die Küstenstraßen im Norden und Osten der Insel eignen sich gut für entspannte Fahrabschnitte mit vielen spontanen Fotostopps.
Für den Aufenthalt auf Prince Edward Island lohnt es sich, mindestens zwei bis drei Tage einzuplanen, da sich die Insel trotz ihrer Größe sehr vielfältig zeigt. Während der Norden stark von Stränden und Nationalpark geprägt ist, bieten der Süden und Westen ruhigere Küstenabschnitte, kleinere Häfen und landwirtschaftlich geprägte Landschaften. Dadurch entsteht ein sehr abwechslungsreiches Gesamtbild auf kurzer Distanz, das sich gut ohne lange Fahrzeiten erkunden lässt.
Prince Edward Island
Prince Edward Island ist klein, aber unglaublich abwechslungsreich. Die Insel lässt sich entspannt erkunden und verbindet Küstenlandschaften, charmante Orte und hervorragendes Essen auf kurzer Distanz. Besonders die Nordküste rund um Cavendish und Charlottetown eignet sich ideal als Roadtrip-Stop.
Aktivitäten & Things to Do
Green Gables & Anne of Green Gables
Ein Klassiker ist das Gelände rund um Green Gables Heritage Place. Selbst wer die Bücher nicht kennt, findet hier wunderschöne Spazierwege durch Wälder, Felder und Dünen. Die Landschaft wirkt fast märchenhaft und zeigt die typische Seite der Insel.
Strände & Dünen erkunden
Der wohl bekannteste Strand ist Cavendish Beach. Roter Sand, helle Dünen und kräftig blaue Wellen bilden einen starken Farbkontrast. Er zählt zu einer der ikonischsten Küstenabschnitte Atlantik-Kanadas.
Leuchtturm-Hopping
Prince Edward Island hat über 60 Leuchttürme. Besonders fotogen ist der Point Prim Lighthouse: Kanadas ältester Leuchtturm. Die Lage auf einer kleinen Landzunge macht ihn zum perfekten Sonnenuntergangsspot.
Charlottetown erkunden
Die Hauptstadt Charlottetown ist klein, lebendig und ideal für einen entspannten Stadtbummel. Hafenpromenade, bunte Häuser und kleine Shops sorgen für eine angenehme Pause zwischen Naturstopps.
Wanderungen & kurze Spaziergänge
Gulf Shore Way (PEI National Park) – Küstenwanderung mit Blick auf rote Klippen und Dünen
Cavendish Dunelands Trail – leicht, landschaftlich abwechslungsreich, perfekt für zwischendurch
Robinsons Island Trail – ruhiger Waldspaziergang mit Blick auf Buchten und Vogelwelt
Victoria Park Trail (Charlottetown) – schöner Spaziergang direkt am Wasser nahe der Stadt
Fotospots
Cavendish Beach bei Sonnenuntergang
Rote Klippen entlang der Nordküste
Point Prim Lighthouse mit Meerblick
Hafen von Charlottetown mit Segelbooten
Kleine Fischerdörfer wie North Rustico
Foodspots & Kulinarik
Prince Edward Island ist berühmt für Seafood, besonders Muscheln und Hummer.
Blue Mussel Café – einer der bekanntesten Seafood-Spots der Insel, perfekt für Lunch oder Dinner mit Meerblick
Lobster Rolls an kleinen Hafenbuden entlang der Küste
Frische Austern direkt von lokalen Farmen
Eis von Cows Creamery – Kult auf der Insel und ideal für eine süße Pause
8. Prince Edward Island → Cape Breton National ParkCamper500 km6 h
Die Route von Prince Edward Island in den Cape Breton Highlands National Park verbindet zwei sehr unterschiedliche Regionen der kanadischen Atlantikprovinzen und lässt sich entspannt an einem Tag fahren oder aufgeteilt auf zwei Tage mit genügend Zeit für lohnenswerte Zwischenstopps.
Von Prince Edward Island startest du über die beeindruckende Confederation Bridge zurück aufs Festland nach Nova Scotia. Die rund 13 km lange Brücke gilt als längste Brücke der Welt über eisbedecktes Wasser und ist bereits ein erstes kleines Highlight der Strecke. Kurz hinter der Brücke lohnt sich ein Abstecher in die Hafenstadt Pictou, die als Geburtsort der schottischen Kultur in Nova Scotia gilt. Hier befindet sich auch eine Nachbildung des Auswandererschiffs „Hector“.
Alternativ kannst du von Wood Islands die Fähre nach Caribou nehmen und so direkt auf dem Festland ankommen. Dies ist eine gute Option, wenn du etwas Abwechslung in die Route bringen möchtest.
Weiter geht es entlang des Northumberland Strait Richtung Norden. Wenn du Zeit hast, bietet sich ein kurzer Stopp in Antigonish an, einer lebendigen Universitätsstadt mit hübschem Ortskern und Cafés, der sich ideal für eine Pause vor dem letzten Abschnitt der Fahrt eignet.
Über den Canso Causeway erreichst du schließlich Cape Breton Island. Ein sinnvoller Zwischenstopp ist das charmante Dorf Baddeck am Bras d’Or Lake. Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt, um Vorräte aufzufüllen und sich auf die kommenden Panoramastraßen vorzubereiten.
Highlight auf der Cape-Breton-Halbinsel ist der weltberühmte Cabot Trail. Die rund 300 km lange Küstenstraße wird regelmäßig zu den schönsten Panoramastraßen der Welt gezählt und führt direkt in den Cape Breton Highlands National Park. Entlang der Route gibt es zahlreiche Aussichtspunkte und kurze Wanderungen.
Ein beliebter Stopp ist der Sandstrand von Ingonish Beach, der sich zum Schwimmen oder für eine Pause am Meer eignet. Zu den bekanntesten Wanderungen zählt der Skyline Trail, der spektakuläre Ausblicke auf den Atlantik und die zerklüftete Küste bietet. Weniger besucht, aber ebenfalls sehenswert sind der Rundweg zum Gypsum Mine Lake sowie die Wanderung zu den Beulach Ban Falls.
Zum Abschluss des Tages bietet sich frischer Fisch oder Seafood in einem der Restaurants im Nationalpark an. Ein passender kulinarischer Einstieg in die maritime Atmosphäre von Cape Breton.
9. Cape Breton National Park → LouisbourgCamper145 km2 h
Vom Cape Breton Highlands National Park führt die Route weiter entlang der Ostküste von Cape Breton in Richtung Louisbourg. Während im Nationalpark steile Hochlandküsten und Bergpanoramen dominieren, wird die Landschaft nun sanfter, maritimer und deutlich historischer geprägt.
Du verlässt den Nationalpark meist über den östlichen Teil des Cabot Trail und folgst anschließend kleineren Küstenstraßen Richtung Süden. Unterwegs lohnt sich ein Zwischenstopp in Orten wie St. Ann’s Bay oder Baddeck, falls du sie nicht bereits zuvor besucht hast. Baddeck liegt malerisch am Bras d’Or Lake und ist ein guter Ort für eine Pause am Wasser oder einen kurzen Spaziergang entlang der Uferpromenade.
Je weiter du nach Süden kommst, desto ruhiger wird die Region. Kleine Fischerdörfer, Leuchttürme und immer wieder Ausblicke auf den Atlantik prägen die Strecke. Besonders schön ist ein Abstecher zum Cape Breton Miners’ Museum in Glace Bay. Hier bekommst du einen spannenden Einblick in die Geschichte des Kohlebergbaus, der Cape Breton über viele Jahrzehnte geprägt hat. Ehemalige Bergarbeiter führen durch die originalgetreu nachgebauten Stollen.
Kurz danach erreichst du schließlich eines der wichtigsten historischen Highlights der gesamten Atlantikprovinzen: die Fortress of Louisbourg National Historic Site.
Die gewaltige Festungsanlage ist eine originalgetreue Rekonstruktion einer französischen Hafenstadt aus dem 18. Jahrhundert und zählt zu den größten historischen Rekonstruktionsprojekten Nordamerikas. Beim Betreten fühlt es sich an, als würdest du in eine andere Zeit reisen: Darsteller in historischen Kostümen, funktionierende Werkstätten, Kanonendonner über dem Hafen und detailgetreu eingerichtete Gebäude machen Geschichte hier greifbar.
Für den Besuch solltest du mindestens einen halben Tag, idealerweise einen ganzen Tag einplanen.
Zu den Highlights gehören:
- Spaziergänge entlang der massiven Festungsmauern mit Blick auf den Atlantik
- Führungen durch Kasernen, Wohnhäuser und Werkstätten
- Kanonenvorführungen und historische Demonstrationen
- traditionelles Essen in einer historischen Taverne innerhalb der Festung
Der Abschnitt vom Cape Breton Highlands National Park nach Louisbourg ist zwar nicht besonders lang, bietet aber eine spannende Mischung aus Küstenlandschaft, Industriegeschichte und lebendiger Kolonialgeschichte.
10. Louisbourg → Eastern Shore → HalifaxCamper434 km5 h

Von Fortress of Louisbourg National Historic Site führt die Route zurück Richtung Festland und anschließend entlang der wilden Ostküste von Nova Scotia bis nach Halifax. Diese Strecke über die sogenannte Eastern Shore gilt als deutlich ruhiger und ursprünglicher als die bekannteren Routen der Provinz. Sie eignet sich als perfekter Abschluss.
Nach der Abfahrt aus Louisbourg verlässt du Cape Breton über den Canso Causeway und erreichst wieder das Festland. Statt direkt nach Halifax zu fahren, lohnt es sich, der Küstenstraße (Highway 7) zu folgen. Hier beginnt eine der unterschätztesten Regionen der Provinz: endlose Wälder, zerklüftete Buchten, kleine Fischerdörfer und kaum Verkehr.
Ein erster lohnenswerter Zwischenstopp ist Sherbrooke Village. Das historische Dorf ist ein Freilichtmuseum, das das Leben im 19. Jahrhundert zeigt. Alte Werkstätten, Kirchen und Häuser wurden originalgetreu restauriert und geben einen spannenden Einblick in die Siedlungsgeschichte der Region. Ein kurzer Spaziergang durch den Ort bringt Abwechslung nach der Fahrt und vermittelt viel Hintergrundwissen.
Wenig später erreichst du eine besonders schöne Naturregion rund um den Liscomb River Trail. Der Wanderweg führt durch dichte Wälder entlang des Flusses und eignet sich perfekt für eine entspannte Wanderung oder ein Picknick. Diese Gegend ist bekannt für ihre Ruhe, hier triffst du kaum auf andere Besucher.
Weiter westlich folgen mehrere spektakuläre Strände, die zu den schönsten der Provinz zählen. Ein Highlight ist der Taylor Head Provincial Park. Hier erwarten dich kilometerlange Wanderwege entlang dramatischer Felsküsten, kleine Buchten und weite Ausblicke auf den Atlantik. Besonders beliebt ist der Headland Trail, der in etwa zwei bis drei Stunden beeindruckende Küstenlandschaften verbindet.
Noch ein Stück näher an Halifax liegt der längste Sandstrand der Provinz: der Martinique Beach Provincial Park. Der breite, helle Sandstrand eignet sich ideal für einen Spaziergang, zum Surfen oder einfach für eine Pause mit Blick auf den offenen Atlantik. Alternativ lohnt sich auch ein Abstecher zum Clam Harbour Beach Provincial Park, der regelmäßig zu den schönsten Stränden Kanadas gezählt wird.
Von hier sind es nur noch etwa 45 Minuten bis Halifax. Nach den ruhigen Küstenstraßen wirkt die Provinzhauptstadt wie ein lebendiger Kontrast: Hafenpromenade, Restaurants, Museen und maritime Geschichte erwarten dich als perfekter Abschluss dieses Roadtrip-Abschnitts entlang der ursprünglichen Eastern Shore.
Eastern Shore Nova Scotia
Eine Fahrt über die Eastern Shore ist nicht nur landschaftlich schön, sie gibt auch einen echten Einblick in das traditionelle Leben der Küstenbewohner von Nova Scotia. Viele Orte hier leben bis heute stark vom Fischfang. Immer wieder sieht man kleine Häfen mit bunten Fischerbooten, Hummerfallen und Trockenständern für Netze. Gerade morgens herrscht in den Mini-Harbours oft überraschend viel Aktivität.
Küstenkultur & kleine Fischerdörfer
Ein besonders authentischer Zwischenstopp ist Sheet Harbour. Der Ort liegt an einer tief eingeschnittenen Bucht und wirkt wie aus der Zeit gefallen. Hier lohnt sich ein kurzer Spaziergang durch den Hafenbereich oder ein Stopp im lokalen Café.
Ganz in der Nähe beginnt der 100 Wild Islands, ein geschütztes Archipel aus über hundert kleinen Inseln. Die Inselwelt gilt als eines der bedeutendsten Küstenökosysteme Kanadas. Wer etwas mehr Zeit hat, kann hier Kajaktouren buchen. Dies ist eine fantastische Möglichkeit, die zerklüftete Granitküste aus nächster Nähe zu erleben.
Leuchttürme & maritime Geschichte
Die Eastern Shore ist weniger berühmt als Peggy’s Cove, aber gerade deshalb findet man hier viele einsame Leuchttürme ohne Besuchertrubel. Besonders fotogen ist der Tor Bay Lighthouse. Er steht auf einem windumtosten Felsen und wirkt mit seiner roten Spitze fast wie ein klassisches Kanada-Postkartenmotiv.
Historisch interessant ist außerdem die Region rund um Canso, eine der ältesten europäischen Siedlungen Nordamerikas. Schon im 17. Jahrhundert war die Gegend ein Zentrum der Kabeljaufischerei. Übrigens ist das ein wichtiger Grund, warum sich Europa überhaupt so stark für diese Küste interessierte.
Kulinarische Stopps unterwegs
Die Strecke eignet sich perfekt für spontane Seafood-Stops. Viele kleine Restaurants entlang der Küste servieren Tagesfang direkt aus der Region. Typische Spezialitäten sind:
Lobster Roll (Hummer im Butterbrötchen)
Digby Scallops (Jakobsmuscheln)
Chowder (cremige Fischsuppe)
Gerade kleine, unscheinbare Roadside-Restaurants liefern hier oft die besten Mahlzeiten der Reise.
Naturphänomene & raue Atlantikstimmung
Die offene Atlantikküste zeigt sich hier oft von ihrer wilden Seite. Nebel zieht schnell auf, Wellen schlagen gegen die Felsen, und das Licht verändert sich ständig, ideale Bedingungen also für Fotografie. Nach Stürmen kann man mit etwas Glück sogar angeschwemmte Treibholzskulpturen oder Meerglas an abgelegenen Stränden finden.
Ein echter Geheimtipp: Die Eastern Shore zählt zu den besten Regionen der Provinz für Sternenhimmel. Kaum Lichtverschmutzung bedeutet spektakuläre Milchstraßen-Nächte!