Camping im Zion Nationalpark

K
KatjaMontag, 22. Juni 2026

Der Zion Nationalpark ist berühmt für seine Wanderung "Angels Landing". Wie du deinen Aufenthalt mit Wohnmobil im Park planst, erfährst du in diesem Artikel.

Blog Hero Bild

Der Zion Nationalpark

Bundesstaat: Utah
Gründung: 19. November 1919
Größe: ca. 600 km²
Besucher*innen pro Jahr: 4.3 Mio.
Besonderheiten: tiefrote Sandsteinfelsen, die vielseitigen Wanderungen sind sowohl für Familien als auch für Abenteuerfans geeignet, einer der fotogensten Nationalparks Nordamerikas - insbesondere beim Sonnenauf- und -untergang

Wohnmobilfreundlichkeit im Park

Der Zion Nationalpark in Utah lässt sich hervorragend mit dem Wohnmobil bereisen. Dank seiner Nähe zu anderen beeindruckenden Nationalparks wie dem Bryce Canyon oder dem Grand Canyon lässt er sich zudem ideal in eine Reiseroute durch den Südwesten der USA integrieren. Die wichtigsten Straßen im Park sind asphaltiert und daher mit Camper oder Wohnmobil problemlos befahrbar. Dennoch gibt es einige Dinge, die bei der Reiseplanung beachtet werden sollten.

Der Zion Canyon Scenic Drive ist beispielsweise von Frühjahr bis Herbst – also während der Hauptreisezeit – ausschließlich mit den Shuttlebussen des Parks befahrbar. Privatfahrzeuge und Mietfahrzeuge, darunter selbstverständlich auch Wohnmobile und Camper, sind in dieser Zeit im Park nicht erlaubt und müssen am Visitor Center oder im angrenzenden Ort Springdale stehen bleiben. Das Shuttlesystem ist einfach, zuverlässig und gut organisiert – dazu später mehr.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert auch die Anreise über den Highway 9, den sogenannten Zion-Mount-Carmel Highway. Dieser verbindet den Südeingang des Parks mit dem Osteingang. Auf dieser Strecke befindet sich der Zion-Mount-Carmel-Tunnel. Wohnmobile und größere Fahrzeuge benötigen für die Durchfahrt in der Regel ein Permit. Bei Fahrzeugen mit einer Höhe von mehr als 11 Fuß 4 Zoll (ca. 3,45 Meter) oder einer Breite von mehr als 7 Fuß 10 Zoll (ca. 2,40 Meter inklusive Spiegel) wird der Gegenverkehr während der Durchfahrt angehalten. Die Genehmigung kostet derzeit rund 15 US-Dollar, und die Durchfahrt ist ausschließlich während der regulären Öffnungszeiten des Tunnels möglich.

Auch im Winter bleibt der Park insgesamt gut mit dem Wohnmobil zugänglich. Der Zion Canyon Scenic Drive ist in dieser Zeit wieder für Privatfahrzeuge geöffnet und kann somit auch mit Wohnmobilen befahren werden. Je nach Witterungsbedingungen kann es jedoch zu Einschränkungen auf einzelnen Straßen kommen. Besonders die Kolob Canyons Road wird nach Schneefällen gelegentlich vorübergehend gesperrt, da auf der höher gelegenen Kolob Terrace Schnee und Eis im Winter keine Seltenheit sind.

Campingmöglichkeiten

Im Nationalpark
Der Zion bietet sich ideal als Ziel für einen Campingurlaub an. Innerhalb des Nationalparks gibt es drei offizielle Campingplätze, sowohl für Zelte als auch für Camper und Wohnmobile.
Der Watchman Campground liegt direkt am Südeingang bei Springdale und bietet Stellplätze für Zelte und Wohnmobile, teilweise verfügen diese sogar über einen Stromanschluss, zudem steht Wasser zentral auf dem Platz zur Verfügung. Reservierungen sind unbedingt erforderlich und können einige Monate im Voraus auf der offiziellen Seite des Nationalparks gemacht werden.
Der South Campground befindet sich nur wenige Minuten vom Visitor Center entfernt und verfügt ebenfalls über Stellplätze für Zelte sowie Camper und Wohnmobile. Die Stellplätze sind mit Picknicktisch und Feuerring ausgestattet, verfügen jedoch weder über einen Wasser- noch Stromanschluss. Auch hier ist eine Reservierung notwendig.
Wer es ruhiger und ursprünglicher mag, kann den abgelegenen Lava Point Campground im Kolob-Terrace-Gebiet nutzen. Dieser einfache Platz eignet sich nur für kleinere Fahrzeuge bis etwa 19 Fuß und Zelte. Er bietet keinerlei Anschlüsse und funktioniert nach dem Prinzip „First come, first served“.

Außerhalb des Parks
Rund um den Zion National Park, besonders in Springdale und entlang des Highway 9, gibt es zahlreiche private Campingplätze und RV-Parks mit Strom-, Wasser- und teilweise Pool- oder Shuttle-Angeboten. Diese Campingplätze sind in der Regel etwas teurer als die Stellplätze innerhalb des Nationalparks. Dennoch sind sie vor allem für diejenigen, die keinen Stellplatz im Zion reservieren konnten und diejenigen, die etwas mehr Komfort benötigen, eine super Alternative.
Außerdem finden sich in der weiteren Umgebung einige BLM-Flächen (Bureau of Land Management), auf denen legales, einfaches Dispersed Camping möglich ist. Diese Plätze bieten meist keine Infrastruktur, dafür aber mehr Ruhe und Flexibilität. Vor der Übernachtung sollte man sich jedoch immer über die aktuellen lokalen Regeln und Zufahrtsbedingungen informieren.

Verhaltensregeln für Camper*innen
Im Zion National Park gelten strenge Regeln zum Schutz der Natur. Feuer und Grillen sind nur in den fest installierten Feuerringen oder Grills der Campingplätze erlaubt und können bei hoher Waldbrandgefahr zeitweise vollständig verboten werden. Holz sammeln im Park ist untersagt; Feuerholz sollte außerhalb des Parks gekauft werden, möglichst aus der Region, um die Verbreitung von Schädlingen zu vermeiden.
Generatoren sind auf dem Watchman Campground generell verboten, auf den anderen Campingplätzen gelten die jeweiligen Ruhezeiten und Campground-Regeln.
Grundsätzlich sollten Camper*innen ihren Platz sauber hinterlassen, Lebensmittel sicher verstauen und die Ruhe sowie die Tierwelt des Parks respektieren.

Mit diesen Campern ab in die USA!

Versorgung & Infrastruktur

Touristisch ist der Zion Nationalpark hervorragend erschlossen und Besuchende finden rund um den Park eine sehr gute Infrastruktur.

Die wichtigste Anlaufstelle zu Beginn des Besuchs ist das Visitor Center. Es befindet sich direkt am Südeingang des Parks nahe der Kleinstadt Springdale. Hier erhalten Reisende aktuelle Informationen zu Wanderwegen, Wetterbedingungen, Shuttle-Fahrplänen sowie Kartenmaterial. In der weniger frequentierten Region der Kolob Canyons im nordwestlichen Bereich des Nationalparks gibt es ebenfalls ein Visitor Center, in dem alle wichtigen Informationen erhältlich sind.

Einen größeren Supermarkt gibt es innerhalb des Zion Nationalparks nicht. Im Gift Shop der Zion Lodge können jedoch Getränke, Snacks und einige grundlegende Artikel gekauft werden. Direkt außerhalb des Parks in Springdale befinden sich kleinere Lebensmittelgeschäfte, die sich für kurzfristige Einkäufe oder vergessene Reiseutensilien eignen. Preislich liegen diese jedoch meist über dem Niveau größerer Städte der Region. Daher empfiehlt es sich, im Voraus einen größeren Einkauf zu erledigen und die Vorräte für mehrere Tage aufzufüllen.

Sollten die Vorräte dennoch einmal knapp werden oder wenn ihr einfach keine Lust auf das Kochen habt, gibt es in Springdale eine große Auswahl an Cafés, Restaurants und Imbissen. Das Red Rock Grill in der Zion Lodge ist das einzige Restaurant innerhalb der Parkgrenzen. Auch nach einer anstrengenden Wanderung lässt sich hier bei frischen Pommes und einem kühlen Getränk neue Energie tanken.

Vor der Einfahrt in den Park sollte außerdem der Tank des Fahrzeugs noch einmal aufgefüllt werden, da es innerhalb des Nationalparks keine Tankstelle gibt. In Orten wie Springdale sowie entlang der Zufahrtsrouten in Hurricane oder La Verkin ist dies in der Regel problemlos möglich.

Von März bis Ende November spielt der kostenlose Zion Canyon Shuttle eine zentrale Rolle bei der Fortbewegung im Park. Während dieser Zeit sind Privatfahrzeuge im Zion Canyon in der Regel nicht erlaubt. Der Shuttle startet am Visitor Center nahe dem Südeingang und fährt alle wichtigen Haltestellen im Canyon an, darunter The Grotto (Ausgangspunkt für Angels Landing), die Zion Lodge und den Temple of Sinawava (Ausgangspunkt für The Narrows).

Zusätzlich verbindet ein weiterer Shuttle die Kleinstadt Springdale mit dem Park. Für alle, die in einem Hotel oder auf einem Campingplatz außerhalb des Parks übernachten, ist dies besonders praktisch. Das Fahrzeug kann morgens einfach stehen bleiben und die Parkplatzsuche entfällt.

Die Busse verkehren tagsüber in kurzen Abständen von etwa 10 bis 15 Minuten. Die Fahrpläne können sich jedoch leicht ändern. Aktuelle Informationen dazu sind im Visitor Center erhältlich.

Der Mobilfunkempfang ist im Zion Nationalpark vielerorts stark eingeschränkt. Insbesondere im Zion Canyon sowie in abgelegenen Seitencanyons steht häufig kein Empfang zur Verfügung. Auch bei Wanderungen wie The Narrows oder in entlegenen Parkbereichen sollte nicht mit einer zuverlässigen Mobilfunkverbindung gerechnet werden. Rund um das Visitor Center, die Zion Lodge und den Ort Springdale ist der Empfang in der Regel besser. Dennoch empfiehlt es sich, wichtige Karten, Reservierungen und Informationen bereits vor dem Besuch herunterzuladen und offline verfügbar zu machen.

Highlights im Park

Der Zion Nationalpark gehört zu den beliebtesten Nationalparks der USA und begeistert jährlich über vier Millionen Besucher*innen mit seinen spektakulären Canyons und roten Sandsteinfelsen. Gleichzeitig beheimatet er einige der bekanntesten Wanderungen des amerikanischen Südwestens: anspruchsvolle Gipfeltouren wie Angels Landing, außergewöhnliche Flusswanderungen wie The Narrows sowie familienfreundliche Spaziergänge. Für nahezu jedes Fitnesslevel findet sich hier das passende Erlebnis.

Welche Wanderungen sind besonders bekannt?
Angels Landing
Der Angels Landing Trail ist weit über die Grenzen des Zion Nationalparks hinaus bekannt und für viele Reisende ein absolutes Highlight. Die rund 8,7 Kilometer lange Tour führt zunächst über zahlreiche Serpentinen hinauf zum Scout Lookout. Auf diesem Abschnitt werden einige Höhenmeter auf relativ kurzer Distanz zurückgelegt.
Ab dem Scout Lookout beginnt der spektakuläre Schlussabschnitt, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Hier verläuft der Weg über einen schmalen Felsgrat, der teilweise mit Ketten gesichert ist und auf beiden Seiten steil abfällt. Oben angekommen wartet ein beeindruckender Ausblick über den Zion Canyon.
Für die Besteigung von Angels Landing ist ein Permit erforderlich, das über ein Lotteriesystem vergeben wird. An der Lotterie kann mehrere Monate im Voraus über die offizielle Website des Nationalparks teilgenommen werden. Wer zunächst kein Permit erhält, hat oft auch kurzfristig noch die Möglichkeit, über die Tageslotterie einen Platz zu bekommen.
Hinweis: Der Abschnitt bis zum Scout Lookout kann auch ohne Permit erwandert werden. Bereits hier werdet ihr mit einem beeindruckenden Ausblick belohnt. Die Permit-Kontrolle erfolgt erst vor dem letzten, schmalen Gratabschnitt.

The Narrows
The Narrows zählt zu den außergewöhnlichsten Wanderungen Nordamerikas und ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Der Trail führt direkt durch den Virgin River. Statt entlang des Flussbettes zu wandern, bewegt man sich größtenteils im Wasser und wird dabei von teils mehrere hundert Meter hohen Felswänden umgeben.
Die Route kann individuell angepasst werden – von einer kurzen Tageswanderung bis hin zu einer mehrtägigen Durchquerung. Dadurch lässt sich die Tour gut an das eigene Fitnesslevel und die persönlichen Vorlieben anpassen.
Vor dem Start sollten unbedingt die aktuellen Wasserstände und Wetterbedingungen im Visitor Center erfragt werden. Nach starken Regenfällen besteht die Gefahr von Flash Floods, weshalb der Trail zeitweise gesperrt werden kann. Da ein Großteil der Strecke im Wasser zurückgelegt wird, sind wasserdichte Schuhe beziehungsweise spezielle Wanderschuhe für Flusswanderungen empfehlenswert. Wasserschuhe, spezielle Wasserhosen sowie Wanderstöcke für zusätzliche Trittsicherheit können am Eingang des Nationalparks oder in der nahegelegenen Stadt Springdale ausgeliehen werden.
Je nach Wassertemperatur und persönlicher Abenteuerlust kann die Wanderung natürlich auch mit den eigenen Wanderschuhen und normaler Outdoor-Kleidung unternommen werden. Je nach Jahreszeit ist das Wasser jedoch unterschiedlich kalt – dessen sollte man sich vor dem Start bewusst sein.

Observation Point
Eine weitere beliebte Wanderung im Park führt zum Observation Point. Viele Besucher, die bereits mehrfach im Zion Nationalpark waren, halten ihn für den schönsten Aussichtspunkt des Parks und ziehen ihn sogar Angels Landing vor. Die Wanderung wird mit rund 10 Kilometern als moderat eingestuft, ist jedoch in der Regel deutlich weniger überlaufen als Angels Landing.
Der Aussichtspunkt kann über den East Mesa Trail auf der östlichen Seite des Parks erreicht werden. Der Anstieg verläuft im Vergleich zu Angels Landing deutlich flacher. Die ersten Kilometer führen auf weitgehend ebenen Wegen durch Waldgebiete direkt auf die Abbruchkante und den Observation Point zu. Die letzten Kilometer bis zum Trailhead verlaufen jedoch über unbefestigte Straßen und die Parkplätze vor Ort sind begrenzt. Daher kann es sinnvoll sein, einen kommerziellen Shuttle zum Ausgangspunkt der Wanderung zu nutzen.
Für diejenigen, die nicht schwindelfrei sind oder bei der Permit-Lotterie kein Glück hatten, eignet sich die Wanderung hervorragend als Alternative zu Angels Landing. Vom Observation Point eröffnet sich ein spektakulärer Blick über den gesamten Zion Canyon und sogar auf Angels Landing selbst. Viele Besucher empfinden die Aussicht als mindestens ebenso beeindruckend. Gleichzeitig verzichtet die Route jedoch auf die ausgesetzten und teilweise anspruchsvollen Passagen, für die Angels Landing bekannt ist. Zudem ist für die Wanderung kein Permit erforderlich und die Besucherzahlen sind meist deutlich geringer.

Emerald Pools Trail
Die Emerald Pools zählen zu den beliebtesten Wanderzielen im Zion Nationalpark und eignen sich besonders gut für Familien mit Kindern. Je nach gewählter Route führen die Wege zu den Lower, Middle oder Upper Emerald Pools. Mit kleinen Wasserfällen, grünen Wasserbecken und beeindruckenden Felsüberhängen ist die Wanderung besonders abwechslungsreich und begeistert vor allem junge Entdecker.
Die Lower Emerald Pools sind über einen rund 2 Kilometer langen Rundweg erreichbar und gelten als einfach. Die Strecke verläuft weitgehend eben und ist auch mit jüngeren Kindern gut machbar.
Wer weiter zu den Middle Emerald Pools wandert, legt insgesamt etwa 3 bis 4 Kilometer zurück. Die Wege werden etwas steiler, bleiben aber für die meisten Familien mit Kindern im Grundschulalter gut zu bewältigen.
Die Wanderung zu den Upper Emerald Pools umfasst je nach Ausgangspunkt rund 5 bis 6 Kilometer. Auf diesem Abschnitt sind einige steinigere und steilere Passagen zu bewältigen, weshalb etwas mehr Kondition erforderlich ist. Für wandererfahrene Familien mit älteren Kindern stellt die Route jedoch meist kein Problem dar.
Dank der unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade können Familien die Länge der Wanderung flexibel an Alter, Motivation und Fitness der Kinder anpassen.

Was sollte man nicht verpassen?
Wer den Zion Nationalpark zum ersten Mal besucht, sollte sich mindestens eines der großen Wander-Highlights vornehmen. Angels Landing und The Narrows zählen zu den bekanntesten Erlebnissen des Parks und stehen bei vielen Reisenden ganz oben auf der Wunschliste.
Doch auch abseits der berühmten Wanderungen hat der Zion einiges zu bieten. Bereits die Fahrt entlang des Zion-Mount-Carmel Highway oder durch den Zion Canyon eröffnet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die roten Sandsteinfelsen, tief eingeschnittenen Canyons und die einzigartige Landschaft des Parks. Der Zion Canyon Scenic Drive zählt dabei zu den schönsten Panoramastraßen im Südwesten der USA und ermöglicht es, viele der bekanntesten Aussichtspunkte bequem zu erreichen. Wie bereits zuvor erwähnt ist dieser jedoch in der Hauptsaison für private Fahrzeuge geschlossen.
Gerade die Vielfalt macht den besonderen Reiz des Zion Nationalparks aus. Ob anspruchsvolle Wanderungen, familienfreundliche Spaziergänge, beeindruckende Aussichtspunkte oder einfach das Genießen der außergewöhnlichen Natur – der Park bietet für nahezu jeden Reisestil das passende Erlebnis. Nicht ohne Grund gehört der Zion Nationalpark für viele Besucher zu den absoluten Höhepunkten einer Reise durch den Südwesten der USA.

Unsere Erfahrungen im Zion Nationalpark als Podcast und Video

Flora und Fauna

Der Zion Nationalpark beeindruckt Reisende nicht nur mit seinen tiefroten Sandsteinfelsen, sondern auch mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Das liegt vor allem an seiner besonderen Lage: Hier, im Süden Utahs, treffen das Colorado-Plateau, das Great Basin und die Mojave-Wüste aufeinander. Die unterschiedlichen Höhenlagen, Klimazonen und Wasserquellen schaffen vielfältige Lebensräume, an die sich zahlreiche Pflanzen- und Tierarten angepasst haben.
Im Nationalpark wurden insgesamt mehr als 1.000 Pflanzenarten nachgewiesen – und das, obwohl der Zion in einer grundsätzlich eher trockenen Region liegt. Diese große Vielfalt entsteht vor allem durch die starken Höhenunterschiede innerhalb des Parks. Von heißen Talböden über deutlich kühlere Höhenlagen bis hin zu Flüssen und anderen natürlichen Wasserquellen finden Pflanzen hier sehr unterschiedliche Lebensbedingungen vor.
Entlang des Virgin River wachsen zahlreiche Fremont-Baumwollpappeln, die mit ihren ausladenden Kronen wertvollen Schatten spenden. In den trockeneren Bereichen prägen vor allem Yuccas, Kakteen und Wüstensalbei das Landschaftsbild. Auch verschiedene Arten von Präriegräsern sind hier häufig anzutreffen.
Besonders bekannt und faszinierend sind die sogenannten „Hanging Gardens“. Dabei handelt es sich um kleine, feuchte Oasen an den steilen Felswänden des Canyons. Dort gedeihen Farne, Moose und andere Pflanzenarten, die man in einer Wüstenlandschaft kaum erwarten würde.
Mit zunehmender Höhe verändert sich die Vegetation sichtbar. In den höher gelegenen Bereichen des Parks wachsen vor allem Ponderosa-Kiefern, die ausgedehnte Waldgebiete bilden und einen eindrucksvollen Kontrast zu den trockenen Canyonlandschaften schaffen.

Die Tierwelt des Nationalparks ist mindestens genauso vielfältig wie seine Pflanzenwelt. Über 70 Säugetierarten und mehr als 200 Vogelarten sind hier heimisch. Reisende berichten besonders häufig von Sichtungen von Maultierhirschen, die sich entlang des Virgin Rivers oder auf offenen Wiesenflächen aufhalten. Mit etwas Glück lassen sich auch Wüsten-Dickhornschafe beobachten, die geschickt die steilen Felswände erklimmen.
Darüber hinaus leben zahlreiche kleinere Säugetiere, Füchse, Kojoten sowie Berglöwen im Park. Letztere werden jedoch nur äußerst selten gesichtet. Reptilien sind besonders in den warmen Monaten aktiv. Dann profitieren zahlreiche Eidechsenarten von den sonnengewärmten Felsen. Auch mehrere Schlangenarten, darunter Klapperschlangen, kommen im Park vor.
Begegnungen mit Wildtieren sind in der Regel selten. Dennoch sollte auf Wanderungen stets aufmerksam geblieben und ausreichend Abstand zu allen Tieren gehalten werden.
Zudem gilt der Zion Nationalpark als hervorragendes Gebiet für Vogelbeobachtungen. Je nach Jahreszeit lassen sich Kolibris, Habichte, Falken und zahlreiche Singvögel beobachten. Mit etwas Glück zeigt sich auch der Kalifornische Kondor. Mit einer Flügelspannweite von knapp drei Metern zählt er zu den größten flugfähigen Vögeln Nordamerikas. Nach seiner erfolgreichen Wiederansiedlung ist er heute wieder im Südwesten der USA heimisch, bleibt jedoch weiterhin eine seltene und besondere Sichtung.

Beste Reisezeit & Saisonhinweise

Der Zion Nationalpark kann grundsätzlich das ganze Jahr über besucht werden. Je nach Jahreszeit unterscheiden sich jedoch die Wetterbedingungen, Besucherzahlen und Möglichkeiten für Wanderungen teilweise deutlich. Während der Sommer mit hohen Temperaturen viele Reisende anzieht, bieten Frühling und Herbst meist angenehmere Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten. Auch der Winter hat seinen Reiz und ermöglicht einen deutlich ruhigeren Parkbesuch. Welche Jahreszeit sich am besten eignet, hängt daher vor allem von den persönlichen Vorlieben und den geplanten Aktivitäten ab.

🌸 Frühling (März–Mai)
Im Frühling sind die Temperaturen angenehm zum Wandern, die Natur erwacht zum Leben und die Vegetation zeigt sich besonders grün. Allerdings führt die Schneeschmelze in den höheren Lagen häufig zu erhöhten Wasserständen im Virgin River. Dadurch können Wanderungen wie The Narrows zeitweise eingeschränkt oder sogar gesperrt sein.

☀️ Sommer (Juni–August)
Der Sommer ist aufgrund der Ferienzeit die Hauptreisezeit und gleichzeitig die heißeste Jahreszeit im Zion Nationalpark. In den Sommermonaten steigen die Temperaturen im Zion Canyon häufig auf über 35 °C. Wanderungen sollten daher möglichst früh am Morgen begonnen werden. Zudem besteht während der Monsunzeit ein erhöhtes Risiko für sogenannte Flash Floods (plötzliche Sturzfluten), insbesondere in engen Slot Canyons wie The Narrows.

🍂 Herbst (September–Oktober)
Der Herbst bietet oft die besten Bedingungen für einen Besuch des Parks. Die Temperaturen sind meist angenehm, die Sommerhitze lässt nach und die Herbstfärbung sorgt für besonders schöne Landschaften. Zudem herrschen hervorragende Lichtverhältnisse für Fotograf*innen. Für viele Reisende ist dies die ideale Jahreszeit für Wanderungen und andere Outdoor-Aktivitäten.

❄️ Winter (November–Februar)
Im Winter ist der Park deutlich ruhiger und weniger besucht. Die Temperaturen sind kühler und in den höheren Lagen kann Schnee fallen. Einige Wanderwege oder Streckenabschnitte, darunter Angels Landing oder The Narrows, können wetterbedingt gesperrt oder nur eingeschränkt zugänglich sein.

Fazit und persönliche Highlights aus dem Team

Der Zion Nationalpark ist zwar nicht der größte Nationalpark, dennoch sehr beeindruckend und bekannt. Aufgrund der Lage zu anderen Nationalparks vor allem in Utah, lässt er sich besonders gut in eine Reiseroute an der Westküste einbauen.
Wir von der CamperOase wollen unsere Highlights aus dem Zion Nationalpark von unserer eigenen Reise hervorheben:

  • The Narrows – obwohl wir zunächst großen Respekt vor dem kalten Wasser hatten, entwickelte sich die Wanderung durch den Virgin River schnell zu einem unserer absoluten Lieblingsmomente im Zion Nationalpark.
  • Angels Landing – umso größer war die Freude, als wir über die kurzfristige Lotterie doch noch ein Permit ergattern konnten und die spektakuläre Wanderung antreten durften.

Weitere Infos für deine Reise

Lust auf die USA bekommen?

Lust auf die USA bekommen?

Lass dich von unserem Team beraten!

Unser Podcast