ArtikelMit dem Camper durch Süddedutschland, Österreich, Norditalien und die Schweiz
17. Juni 2026 · Moritz
Zum ArtikelAustralien zählt zu den beeindruckendsten Reisezielen für Natur- und Tierliebhaber, doch das kann schnell teuer werden. Unser Ziel, die faszinierende Tierwelt entlang der Ostküste auf eigene Faust entdecken – authentisch, flexibel und möglichst budgetfreundlich.

Ostküsten Highlights
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Australien gilt als eines der faszinierendsten Reiseziele für Natur- und Tierliebhaber. Gleichzeitig ist das Land jedoch oft mit hohen Reisekosten verbunden – besonders, wenn es um organisierte Safaris, Touren oder Zoobesuche geht. Genau deshalb war es unser Ziel, die beeindruckende Tierwelt der Ostküste möglichst authentisch, unabhängig und kostengünstig zu entdecken: keine Zoos, keine geführten Safaris, sondern echte Wildlife-Momente mitten in der Natur.
Natürlich gibt es dabei nie eine Garantie, Tiere zu sehen. Genau das machte die Erlebnisse aber umso besonderer. Kängurus am Straßenrand, ein freilebender Koala im Baum oder ein Platypus im Fluss – solche Begegnungen fühlen sich wie echte Glücksmomente an und lassen einen die Natur Australiens viel intensiver erleben.
Das bedeutet allerdings auch, bewusst auf viele klassische Touristenattraktionen, durchgeplante Tagesprogramme oder „garantierte“ Tiererlebnisse zu verzichten. Statt möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit abzuhaken, ging es für uns vielmehr um Qualität statt Quantität: langsamer reisen, spontan anhalten, kleine Orte entdecken und die Natur wirklich wahrnehmen. Dadurch sieht man vielleicht weniger Tiere oder berühmte Highlights als auf organisierten Touren – erlebt Australien dafür aber deutlich authentischer. Gerade diese ruhigen Momente mitten in der Natur ließen uns das Land oft eher wie Einheimische als wie klassische Touristen entdecken.
Wir waren drei Wochen im Juni mit einem Campervan mit WC & Dusche („Cruisin Sandpiper“) von Cairns bis Brisbane unterwegs. Dadurch konnten wir günstig in Nationalparks oder auf kostenfreien Stellplätzen übernachten. Besonders hilfreich waren die staatlichen Nationalpark-Webseiten mit interaktiven Karten sowie die App CamperMate, über die wir viele kostenlose oder günstige Campingplätze fanden. Im folgendem Bericht stellen wir unsere 4 Low Budget Highlights der Ostküste vor - viel Spaß damit!

2 Bett Sandpiper Camper mit Dusche und WC für perfekten und autarken Urlaub in Australien mieten.
DetailsUnser erstes großes Highlight war der Lake Tinaroo im Danbulla National Park, etwa 1,5 Stunden von Cairns entfernt. Wir testeten zwei verschiedene Campingplätze direkt am See und würden den Platypus Campground aufgrund seiner ruhigen Lage und der deutlich besseren Privatsphäre klar empfehlen (Kosten pro Person/ Nacht 7,50AU$).
Schon auf dem Campingplatz begegneten uns weiße Kakadus und zahlreiche exotische Vogelarten. Im gesamten Nationalpark liefen immer wieder kleine Kängurus über die Straßen oder standen auf den weiten Grasflächen. Hier ist wirklich Vorsicht geboten.
! Fun Fact: Im Norden Australiens sind die Känguruarten deutlich kleiner – je weiter südlich man reist, desto größer werden sie.
Der Nationalpark selbst bietet eine beeindruckende Mischung aus dichter Regenwald-Natur, ruhigen Seen und vulkanischer Landschaft. Besonders beeindruckend waren die beiden riesigen „Curtain Fig Trees“, von denen einer über 500 Jahre alt sein soll. Ebenso sehenswert sind die Wanderwege durch das UNESCO-Welterbe der Wet Tropics of Queensland – eine der ältesten Regenwaldregionen der Erde.
Südlich des Nationalparks liegt das kleine, entspannte Örtchen Yungaburra. Dort gibt es zwei bekannte Lookouts zur Beobachtung von Schnabeltieren. Einer der Aussichtspunkte erinnerte fast an einen kleinen Zen-Garten mit Hängebrücke und ruhiger Atmosphäre. Dort sahen wir zwar hauptsächlich Schildkröten, die Atmosphäre war dennoch zauberhaft. Am zweiten eher unscheinbaren Platypus Lookout hatten wir dann tatsächlich Glück: Nach längerem Warten tauchte plötzlich ein Schnabeltier im Wasser auf. Diese seltenen, faszinierenden Tiere gibt es ausschließlich in Australien – allein dafür lohnt sich der Besuch.
Zwischen Cairns und Airlie Beach machten wir Halt in Townsville, einer entspannten Küstenstadt im Nordosten Queenslands. Besonders beliebt ist die lange Strandpromenade „The Strand“ sowie der Castle Hill – ein riesiger rosafarbener Granitfelsen mit spektakulären Ausblicken über die Küste bis hin zu Magnetic Island. Leider hatten wir während unseres Aufenthalts sehr regnerisches Wetter und fuhren deshalb nur mit dem Auto bis zum Aussichtspunkt und sparten uns die 1-2h Wanderung.
Das eigentliche Highlight war jedoch Magnetic Island. Die Fähre von Townsville aus war unkompliziert online buchbar (gebucht bei Sealink, Kosten pro Person 43 $ Hin & Rückfahrt, Tickets sind ab Kaufdatum 150 Tage gültig). Wir würde empfhelen nicht direkt am Hafen zu parken, da die Parktickets hier relativ teuer sind. Die zwanzig minütige Überfahrt selbst war bereits wunderschön. Auf der Insel erwarteten uns tropische Natur, traumhafte Buchten, vielen Wanderwege und – mit etwas Glück – freilebende Koalas.
Genau das wurde unser Tagesziel. Nach längerer Suche auf den Wanderwegen (The Forts Walk) entdeckten wir tatsächlich einen Koala beim Fressen in einem Baum. Da Koalas bis zu 20 Stunden täglich schlafen, war es ein echtes Erfolgserlebnis, eines dieser Tiere aktiv zu beobachten. Besonders beeindruckend war auch ihr überraschend tiefer, fast schon brüllender Laut.
Doch auch ohne Koalas wäre Magnetic Island ein voller Erfolg gewesen: üppige Natur, türkisfarbenes Wasser, zahlreiche Aussichtspunkte und entspannte Strände machten die Insel zu einem der schönsten Orte unserer Reise. Viele Reisende erkunden die Insel mit gemieteten Rollern – im Nachhinein würden wir das ebenfalls empfehlen, da die Busse (Translink - Bus 250) nur unregelmäßig fahren (jedoch günstig Tageskarte, rund 7 AU$ pro Person).
Am Abend schliefen wir im National Park „Alligator Creek“ wieder für rund 7AU$ pro Person, hier gab es leider keine Alligatoren zu sehen aber Unmengen an Kängurus und Fröschen.















Auf dem Weg Richtung Süden machten wir Halt im Tuan Forest, einem wunderschönen Waldgebiet nahe Tin Can Bay. Unser kleiner Campingplatz lag mitten im Wald direkt an einem Flussufer. Jeder Stellplatz hatte eine eigene Feuerstelle und abends konnten wir aufgrund der völligen Dunkelheit sogar die Milchstraße am Himmel sehen.
Der eigentliche Grund für unseren Stopp war jedoch Tin Can Bay, wo man wilde Delfine beobachten und unter strengen Regeln sogar füttern kann. Dafür standen wir bereits um 5:45 Uhr auf und fuhren bei Sonnenaufgang durch den Nationalpark – eine unglaublich ruhige und fast magische Atmosphäre.
Das gesamte Projekt basiert auf einer besonderen Geschichte: Ein verletzter Delfin wurde dort einst von Einheimischen Fischer gepflegt und gefüttert. Später kam er freiwillig zurück – gemeinsam mit weiteren Delfinen. Heute kümmern sich Freiwillige um die Tiere und achten streng auf Tierwohl und Schutzmaßnahmen: kein Anfassen, kein Blitzlicht, keine lauten Geräusche und nur kontrollierte Fütterung mit lokalen Fischen.
Gerade deshalb fühlte sich dieses Erlebnis vollkommen anders an als klassische Tierattraktionen oder Zoos. Die Delfine kamen freiwillig ans Ufer und wirkten weder gestresst noch abhängig vom Menschen. Für uns war es eines der emotionalsten und schönsten Erlebnisse der gesamten Reise. Da es sich in erster Linie um ein Projekt im Sinne des Tier- und Artenschutzes handelt, standen hier nicht kommerzielle Interessen im Vordergrund. Der Eintritt kostete lediglich 10 AU$ pro Person, und wer die Delfine füttern wollte, zahlte weitere 5 AU$ für den Fisch. Umgerechnet waren das etwa 9 Euro für ein wirklich einzigartiges Erlebnis.
Gerade deshalb gehört Tin Can Bay für uns zu den absoluten Low-Budget-Highlights für Wildlife-Erlebnisse an der Ostküste Australiens.
Weiter südlich kamen wir in Noosa Heads an, einem bekannten Surfspot Australiens. Da wir erst kurz vor Sonnenuntergang dort eintrafen, war kein Campingplatz mehr verfügbar, sodass wir auf einen etwa eine Stunde entfernten kostenlosen Stellplatz ausweichen mussten. Am nächsten Tag konnten wir aber auf dem günstigen Noosa Scout Campground einchecken (40AU$ für zwei Personen). Es lohnt sich, sich rechtzeitig mit einem geeigneten Stellplatz auseinanderzusetzen. In der Stadt selbst gibt es keine kostenlosen Stellplätze und nur sehr wenige günstige Optionen.
Um die gegend zu erkunden, entschieden wir uns für eine Wanderung im Noosa National Park entlang des berühmten Coastal Tracks. Der Weg führt vorbei an spektakulären Klippen, versteckten Buchten und traumhaften Stränden wie Tea Tree Bay oder Alexandria Bay. Besonders beeindruckend waren die Aussichtspunkte über das türkisblaue Meer. Am Dolphin Point hatten wir tatsächlich Glück und konnten mehrere Delfine beobachten, die elegant durch die Wellen glitten. Trotz des schlechten Wetters waren überall Surfer im Wasser, was dem Ort eine lebendige und entspannte Atmosphäre verlieh.
Ein weiteres Highlight war der Laguna Lookout. Von dort hatten wir einen atemberaubenden Panoramablick über die Lagune, den Noosa River und die Küste.
Am nächsten Tag wagten wir uns schließlich selbst aufs Surfbrett. Nach etwas längerer Parkplatzsuche – die zwar kostenlos war, aber entsprechend stark frequentiert – mieteten wir direkt am Strand Boards bei Noosa Beach Surf Hire für 2 Stunden zu 25 AU$ pro Person und versuchten unser Glück in den Wellen. Auch wenn die Bedingungen nicht perfekt waren, machten unsere Surfversuche unglaublich viel Spaß – auch wenn wir vermutlich mehr Zeit im Wasser als auf dem Board verbracht haben. Während einer Pause am Strand tauchten plötzlich erneut Delfine ganz nah am Ufer auf – ein perfekter Abschluss für diesen Ort.
Insgesamt war Noosa Heads für uns ein Ort, der Natur, Surfer-Atmosphäre und unerwartete Tierbegegnungen auf besondere Weise miteinander verbindet und uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Unser Fazit, auch mit kleinerem Budget lässt sich in Australien unglaublich viel sehen und erleben. Wir waren relativ spontan unterwegs und haben Unterkünfte, Campingplätze und Aktivitäten oft erst am selben Tag oder nur wenige Tage im Voraus gebucht. Das macht die Reise besonders flexibel und abenteuerlich. Trotzdem würden wir empfehlen, sich vorher zumindest einen groben Plan zu machen – vor allem im Hinblick auf Jahreszeiten und Regionen. Je nach Saison kann man beispielsweise Wale beobachten oder Schildkröten beim Schlüpfen erleben. Ein wenig Vorbereitung lohnt sich also definitiv, auch wenn man unterwegs jederzeit noch umplanen kann. So spart man sich vor Ort oft viel Zeit bei der täglichen Organisation.
Mit unserem Camper waren wir insgesamt sehr zufrieden. Durch die eigene Toilette und Dusche an Bord konnten wir sehr flexibel reisen und praktisch überall problemlos stehen – auch auf kostenlosen Stellplätzen, die häufig nur einfache Parkplätze ohne sanitäre Anlagen sind. Der Wassertank war für uns groß genug, um je nach Nutzung auch zwei bis drei Tage ohne Nachfüllen auszukommen. Dank des Dual-Batterie-Systems hatten wir jederzeit ausreichend Strom und konnten mit einem Inverter sogar unseren Laptop zum Arbeiten nutzen. Gerade bei längeren Roadtrips oder auf Campingplätzen ohne Strom war das ein großer Vorteil.
Um zusätzlich den einen oder anderen Dollar zu sparen, würden wir empfehlen, größere Einkäufe gebündelt zu erledigen und viele haltbare Lebensmittel mitzunehmen. Fürs Kochen lohnt es sich außerdem, neben kleineren Trinkflaschen auch größere Kanister zu nutzen. Wenn man nicht ständig essen geht und weitgehend auf Alkohol verzichtet, kommt man preislich oft ähnlich günstig weg wie bei einem normalen Wocheneinkauf in Deutschland.
Zum Bezahlen haben wir die Wise-Kreditkarte, ein Multi-Währungs-Konto, genutzt und damit überall problemlos und gebührenfrei zahlen können. Etwas Bargeld dabeizuhaben schadet trotzdem nicht – vor allem für spendenbasierte Campingplätze oder kleinere Orte. Insgesamt konnten wir aber nahezu alles bequem mit Karte bezahlen.
Am Ende bleibt Australien für uns vor allem eines: ein unglaublich vielseitiges Land, das sich perfekt auf eigene Faust bereisen lässt. Die Freiheit des Roadtrips, die beeindruckende Natur und die vielen spontanen Erlebnisse haben diese Reise unvergesslich gemacht – und wir würden es jederzeit wieder kommen.
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